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Leben im Grenzgebiet

Innerdeutsche Grenze

Eine etwa 1.400 km lange Grenzanlage trennte bis zur Wiedervereinigung 1990 die beiden deutschen Staaten „Deutsche Demokratische Republik (DDR)“ und „Bundesrepublik Deutschland (BRD)“. Bürgerinnen und Bürger der DDR sollten dadurch an unerlaubten Besuchen und Ausreisen in den Westen gehindert werden. Die Grenze war massiv gesichert – unter anderem mit Stacheldraht-
zäunen, Metallgitterzäunen, Spurensicherungsstreifen, Beobachtungstürmen, Lichtsperren und Hundelaufanlagen...

Eine Flucht in den Westen

Der 21-jährige Unteroffizier Thomas Schäfer wohnte mit seiner Mutter in Räsa und absolvierte seinen Wehrdienst. Diverse private Gründe veranlassten ihn, die Flucht in den Westen zu wagen. Gegen Mitternacht, am 15. Juni 1981, machte er sich mit einem Spaten auf den Weg zum Kornberg in Unterbreizbach. Er grub sich erst unter dem Schutzstreifenzaun, dann unter dem Metall-gitterzaun durch, der hier nur bis 20 cm unter die Erde reichte. Problemlos gelangte er in die Bundesrepublik Deutschland.

Thomas Schäfer wusste, dass fahnenflüchtige Rückkehrer in die DDR mit bis zu 10 Jahren Haft rechnen mussten. Dennoch kehrte er nur fünf Monate später in die DDR zurück. In der Nacht vom 18. November 1982 überwand er die Grenzsperranlagen von Seiten der BRD und besuchte in Räsa Mutter und Freunde. Unbehelligt kehrte er noch in derselben Nacht wieder in die BRD zurück, wobei er den Grenzzaun mit Hilfe einer 4 Meter langen Derbstange überquerte.

Bereits eine Woche später, am 25.11.1982, versuchte er einen weiteren Grenzübertritt...

Stele Leben im Grenzgebiet (Standort am Grenzturm Rundweg in Unterbreizbach) als pdf

Fluchtgeschichten

Die Flucht-Geschichte von Thomas Schäfer aus Räsa und viele weitere mehr gibt es nachzulesen in „Flucht aus der DDR – von 1950 bis 1989“ von Gerhard Schätzlein, Herausgeber: Druckerei Mack, Mellrichstadt, ISBN 978-3-942112-16-1

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