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Unterbreizbach

Unterbreizbach war über Jahrhunderte von der Landwirtschaft geprägt und galt noch Anfang des 20. Jahrhunderts als eines der ärmsten Dörfer der Rhön. Das Dorf Unterbreizbach hatte 1905 eine Einwohnerzahl von 676 und insgesamt 84 Wohnhäuser. Aus wirtschaftlichen Gründen arbeiteten viele Männer als sogenannte Westfalen-Gänger im Ruhrgebiet.

Mit dem Kalibergbau und der damit verbundenen Industrialisierung kam der wirtschaftliche Aufschwung – der Ort wandelte sich zu einem Industriestandort. Dazu gehörten der Bau einer Wasserversorgung, die Installation elektrischer Beleuchtung, sowie Bahnanbindungen in Richtung Philippsthal und Wenigentaft. Durch den Bau von Siedlungshäusern im Ortsteil Räsa als auch in der Sommerliete stieg Mitte des vergangenen Jahrhunderts die Einwohnerzahl deutlich an.

Am 3. April 1945 wurden große Teile des Ortes durch amerikanische Soldaten in Brand gesetzt und ein Großteil der Fachwerkhäuser fiel den Flammen zum Opfer.

Nach dem 2. Weltkrieg und der Teilung Deutschlands durch die Siegermächte wurde Unterbreizbach Grenzort und während der DDR-Zeit zum Sperrgebiet. Neben dem VEB Kaliwerk Marx-Engels entstanden in dieser Zeit weitere Betriebe. Der Wohnungsbau entwickelte sich und damit auch die Bevölkerung. Hierzu trug auch die in Räsa ansässige Grenzkompanie bei. Die Offiziere und Berufsunteroffiziere wohnten mit ihren Familien zum Teil in eigens für die Grenztruppen errichteten Wohnblöcken. Viele der Soldaten lernten in Unterbreizbach ihre späteren Frauen kennen und blieben nach ihrem Wehrdienst in Unterbreizbach.

Mit der Wiedervereinigung 1989/90 änderte sich die wirtschaftliche und politische Situation. Es wurde privatisiert, Betriebe wurden geschlossen, neue entstanden. Die Kali-Standorte Hattorf und Heringen (Hessen) und die Standorte Unterbreizbach und Merkers (Thüringen) fusionierten zum Verbundwerk Werra. Firmen siedelten sich im neu entstandenen Gewerbegebiet an.

Insbesondere junge Familien nutzten die neu gewonnene Freiheit und die sich daraus ergebenden Möglichkeiten und suchten ihr Glück in den alten Bundesländern. Lebten zur Wendezeit noch über 2.700 Menschen in Unterbreizbach und Räsa, sind es heute nur noch ca. 1.750, davon ca. 500 in Räsa.

1996 schlossen sich die bis dahin selbständigen Gemeinden Unterbreizbach mit dem Ortsteil Räsa, Pferdsdorf/Rhön und Sünna mit den Hofgemeinden Deicheroda, Hüttenroda, Mosa und Mühlwärts zur Einheitsgemeinde Unterbreizbach zusammen.

Besonderheiten

Unterbreizbach wird entscheidend vom Kaliwerk und der auf hessischem Gebiet gelegenen Salzhalde geprägt. Entsprechend der Wetterlage ändert die Halde ihr Erscheinungsbild – erscheint sie bei trockenem Wetter in strahlendem Weiß, ändert sich die Farbe bei Regenwetter bis zu dunkelgrau.

In der Dorfmitte befinden sich einige gut erhaltene Fachwerkhäuser, das älteste stammt aus dem Jahr 1602. Die evangelische Kirche wurde 1773 erbaut und kann nach Voranmeldung besichtigt werden.

 

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Ulsterberg-Rundweg

Der Rundweg beginnt auf dem Parkplatz neben der Regelschule in Räsa und verläuft anfangs auf dem Radweg in Richtung Pferdsdorf und führt dann nach einem sanften Anstieg durch Feld- und Wiesenfluren zu einem herrlichen Waldrundweg mit Aussichten auf die umliegenden Orte, die Rhön, den Thüringer Wald und Waldhessen...
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Grenzturm-Rundweg

Vom Parkplatz hinter dem Kulturhaus Unterbreizbach führt der Wanderweg über den Kornberg zur ehemaligen innerdeutschen Grenze. Hier steht ein vergessener Beobachtungsturm, der auch nach Voranmeldung besichtigt werden kann...
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Ulstertalradweg

Er führt von der Mündung der Ulster in Philippsthal über Unterbreizbach und Pferdsdorf bis zu dessen Quelle in der „Langen Rhön“...
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